Blog: From Pit to Stadium: Football and Mining in the Ruhr Area
by Dr Vanessa Angenendt
Published on 9 July 2026
Categories: Research; School of Social Sciences;
Over the last few months, we have been working intensively on examining visible traces of how sport and mining are interwoven with each other. It quickly became clear that, no matter where you are in the Ruhr Area, it is impossible to avoid one sport in particular - football. No other region in Germany has such strong links between industrial heritage and the sport.
To discover more, we visited different football grounds, including Rot-Weiß Essen, Schalke 04, Rot-Weiß Oberhausen, Borussia Dortmund, and smaller clubs as well. Our focus was not so much on the teams themselves, but rather on examining football grounds as spaces where mining history and fan culture become interlinked.
In Gelsenkirchen (Schalke 04), it was clear that the links between mining and football were not just historical, but an important part of the collective identity. Even the word Kumpelverein [fan club] incorporates the informal German term Kumpel, which miners use to refer to each other. Visiting other cities such as Essen, Dortmund, and Oberhausen also showed us how deeply mining has influenced the region’s football culture.
We noticed recurring features during our tours of different clubs, including songs (such as the Steigerlied), stickers, and graffiti, as well as mining-related imagery in supporters' associations. It was particularly interesting to see how fan culture carries on these traditions. Through their associations, many supporters identify with values traditionally associated with mining (such as camaraderie, hard work, and reliability), expressing these through songs, everyday conversations, banners, flags, and stickers.
Our observations have shown that even though coal is no longer mined in the region, mining continues to live on through football – in language, symbols, stories, and traditions. For us, it is not just an interesting research topic, but also a journey into the multifaceted daily life of the Ruhr Area.
German-language version / deutsche Sprachversion
by Dr Vanessa Angenendt
In unserem Projekt haben wir uns in den vergangenen Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie eng Sport und Bergbau miteinander verknüpft sind – und wie viel davon heute noch sichtbar ist. Schnell wurde klar: Wenn man im Ruhrgebiet unterwegs ist, führt an einem Thema kein Weg vorbei – Fußball. Kaum eine Region in Deutschland verbindet diesen Sport so sehr mit ihrer Arbeits- und Industriegeschichte wie das Revier.
Um diesen Zusammenhang besser zu verstehen, haben wir verschiedene Stadien besucht, darunter Rot-Weiß Essen, Schalke 04, Rot-Weiß Oberhausen, Borussia Dortmund und weitere (kleinere) Vereine. Dabei ging es uns weniger um die Spiele selbst, sondern um die Atmosphäre rundherum: Orte, an denen Bergbaugeschichte und Fankultur aufeinandertreffen.
Gerade in Gelsenkirchen (Schalke 04) ist die Verbindung zwischen Bergbau und Fußball nicht einfach nur Geschichte, sondern ein fester Bestandteil der kollektiven Identität. Die Bezeichnung „Kumpelverein“ kommt nicht von ungefähr. Aber auch in Essen, Dortmund oder Oberhausen zeigt sich, wie sehr der Bergbau die Fußballkultur geprägt hat.
Während unserer Stadiontouren sind uns immer wieder die gleichen Motive begegnet: Gesänge (z. B. das Steigerlied), Sticker und Graffiti, Abbildungen von Zechen sowie Bergbausymbole und -begriffe, die mit Vereinslogos verknüpft werden. Besonders spannend war zu sehen, wie Fankultur Geschichte weiterträgt. Viele Fans identifizieren ihren Verein ganz selbstverständlich mit Werten, die traditionell mit dem Bergbau verbunden werden: Kameradschaft, harte Arbeit und Zuverlässigkeit. Diese Werte tauchen in Gesprächen, in Liedern und sogar in den sichtbaren Ausdrucksformen der Fans – etwa in Bannern, Fahnen, Stickern oder Graffiti – immer wieder auf.
Unsere Beobachtungen zeigen: Auch wenn im Ruhrgebiet längst keine Kohle mehr abgebaut wird, lebt der Bergbau in den Fußballstadien weiter – in Sprache, Symbolen, Erzählungen und Ritualen. Für unser Projekt ist das nicht nur ein spannender Forschungsgegenstand, sondern auch eine Reise in die vielschichtige Alltagskultur des Reviers.