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Project

Sprachliche Praktiken von Kohlebergbau-Gemeinschaften im postindustriellen Zeitalter

Unit(s) of assessment: English Language and Literature

Übersicht

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Sprachliche Praktiken von Kohlebergbau-Gemeinschaften im postindustriellen Zeitalter: Variation, Dokumentation, Repräsentation, Regeneration

Die Sprache der Bergleute erfährt selten die gleiche kulturelle Wertschätzung wie materielle Zeugnisse des Bergbaus, etwa Werkzeuge oder Maschinen. Mit dem Niedergang der Kohleindustrie in großen Teilen Europas stehen Bergleute und ihre Gemeinschaften vor tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen, wodurch ihr einzigartiges sprachliches Erbe akut vom Verschwinden bedroht ist.

Dieses internationale Projekt widmet sich der Untersuchung der bergbauspezifischen Sprache anhand eines Vergleichs zwischen dem Ruhrgebiet (Deutschland) und den East Midlands (Großbritannien), zwei historisch bedeutenden Bergbauregionen. Beide Gebiete wurden ausgewählt, da ihre kohleindustrielle Entwicklung eine gemeinsame Zeitspanne aufweist: Sie begann im 18. Jahrhundert und endete nahezu parallel (2018 bzw. 2015). Ähnlich wie andere postindustrielle Regionen Europas haben beide Regionen unterschiedliche Strategien entwickelt, um neue Formen von Identität, Gemeinschaft und Zugehörigkeit auszubilden. Während Initiativen zur Pflege des materiellen bergbaulichen Erbes positive Impulse gesetzt haben, wurden weniger greifbare kulturelle Ausdrucksformen – insbesondere die Sprache – lange vernachlässigt.

Das Projekt verfolgt folgende Ziele und Schwerpunkte:

  • Analyse der sprachliche Variation bergbaulicher Ausdrücke bei Einzelpersonen, innerhalb ihrer Gemeinschaften sowie zwischen den beiden Regionen
  • Dokumentation charakteristischer sprachlicher Merkmale, um deren langfristigen Erhalt zu sichern
  • Zusammenarbeit mit lokalen Bergbaugemeinschaften und Museen zur Bewahrung dieses sprachlichen Erbes
  • Untersuchung der Sichtbarkeit des Bergbauerbes und der Bergbaukultur im öffentlichen Raum

Zu diesem Zweck zeichnen wir Bergbau-Führungen auf, führen Gespräche mit Bergleuten und ihren Familien und dokumentieren fotografisch Spuren des Bergbaus im öffentlichen Raum – darunter Denkmäler, Straßenschilder, Namen von Kneipen, Geschäften, Sportvereinen und Arbeiterclubs sowie Aufkleber und Graffiti.

Unser Projekt legt einen besonderen Fokus auf die Kooperation mit lokalen Bergbaugemeinschaften und Bergbaumuseen, um der bisherigen Unterrepräsentation linguistischer Perspektiven entgegenzuwirken.

Kurzbios

Vanessa Angenedt headshot

Ich bin Soziolinguistin an der Universität Duisburg-Essen und arbeite derzeit als Postdoktorandin in diesem Projekt. Zu meinen Forschungsinteressen zählen Spracheinstellungen, sprachliche Variation, Mehrsprachigkeit, Linguistic Landscapes sowie die Interaktionale Soziolinguistik.

John Bellamy headshot

Ich bin Dozent für Linguistik an der Manchester Metropolitan University. In meiner Forschung befasse ich mich mit den Wechselbeziehungen zwischen Mehrsprachigkeit, Industrie und kulturellem Erbe. Zu meinen Veröffentlichungen zählen Discourse analysis of spoken interaction im Bereich der Spracheinstellungsforschung sowie – gemeinsam mit Natalie Braber – Historical perspectives on lexical variation in pit talk. Außerdem bin ich als Co-Projektleiter für die Umsetzung des Projekts in Großbritannien verantwortlich.

Ich bin Professorin für Linguistik an der Nottingham Trent University. Meine Forschung befasst sich mit der soziolinguistischen Variation von Akzenten und Dialekten, einschließlich des sogenannten pit talk. Zu meinen Publikationen gehören East Midlands English (2018) und Lexical Variation of an East Midlands Coal Mining Community (2022). Ich arbeite zu Sprache als Kulturerbe, Akzentdiskriminierung sowie Sprache und Erinnerung. Meine Projekte umfassen Kooperationen mit Kreativschaffenden aus den Bereichen Creative Writing, Poesie, Fotografie, Kunst und Theater, um gemeinsam mit lokalen Gemeinschaften Inhalte zu entwickeln. Ich bin die Projektleiterin dieses Projekts.

Anthony Hoyte-West headshot

Ich bin Postdoktorand der Linguistik im Rahmen dieses Projekts an der Nottingham Trent University. Ich habe zu Sprachpolitik, Mehrsprachigkeit, Minderheitensprachen und Translationswissenschaft publiziert und interessiere mich darüber hinaus für Fragen des kulturellen Erbes in postkolonialen und postindustriellen Kontexten.

Nantke Pecht headshot

Ich bin Postdoktorandin in der Linguistik an der Universität Münster und mit dem Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) in Osnabrück assoziiert. Meine Forschungsschwerpunkte liegen in Sprachvariation und Sprachwandel, Dialektkontakt, Spracherwerb und Spracheinstellungen, mit besonderem Fokus auf sprachliche Interaktionen am Arbeitsplatz – sowohl im Gesundheitswesen als auch in industriellen Kontexten. Ich habe meine Dissertation zum Thema Language Contact in a Mining Community. A Study of Personal Pronouns and Progressive Aspect in Cité Duits (2021) veröffentlicht und bin die deutsche Co-Projektleiterin dieses Forschungsprojektes.

Nantke Pecht headshot

Ich bin Professorin für Germanistische Soziolinguistik an der Universität Duisburg-Essen. Meine Forschungsschwerpunkte umfassen Sprachvariation, Mehrsprachigkeit, Spracheinstellungsforschung, Sprachgeschichte sowie semiotische Transformationsprozesse in postindustriellen Gesellschaften. Ich bin deutsche Projektleiterin dieses Projekts und war Projektleiterin des Forschungsprojekts Metropolenzeichen: Visuelle Mehrsprachigkeit im Ruhrgebiet (2018; 2022).